05.02.2018  

Jahreshauptversammlung 2018: Einsatzzahl hoch wie nie zuvor


Zu ihrer diesjährigen Jahreshauptversammlung trafen sich die Mitglieder der Feuerwehr Heiligenstadt und des Feuerwehrvereins am Freitagabend. Der Einladung waren auch Bürgermeister Thomas Spielmann, Ordnungsamtsleiter Thomas Hucke, Kreisbrandinspektor Mirko Lipinski und der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Helmut Möller gefolgt. In ihren Grußworten fanden die Gäste Lob und anerkennende Worte für die im vergangenen Jahr durch die Feuerwehr Heiligenstadt geleistete Arbeit.

Gestiegene Einsatzzahl bei gleichbleibender Personalstärke

In seinem Bericht blickte Wehrführer Heinz Anhalt auf das bisher einsatzreichste Jahr in der Geschichte der Heiligenstädter Wehr zurück. In Zahlen ausgedrückt sind dies 384 Einsätze und 5199 Einsatzstunden. Das Gros machten 248 Hilfeleistungen aus, gefolgt von 89 Fehlalarmen und 47 Bränden. Hinzu kamen 43 Brandsicherheitswachen im Eichsfelder Kulturhaus. Obwohl die Brandeinsätze den mengenmäßig kleinsten Anteil bilden, stellten sie im vergangenen Jahr einen Schwerpunkt dar. So brannten bereits wenige Stunden nach dem Jahreswechsel drei Fahrzeuge samt Carport Am Gellenbach. Gleich viermal brannte es im Januar und Februar in Mehrfamilienhäusern im Wohngebiet Rinne. Besondere Herausforderungen stellten der Großbrand in der Marktstraße am 7. März und der Großbrand im Gewerbegebiet Ost am 22. August dar. Für Aufsehen sorgten außerdem die Kellerbrände am Morgen und am Abend des 30. Juni im gleichen Hauseingang in der Husumer Straße. Bei Bränden rettete die Feuerwehr insgesamt neun Menschen. Im Bereich der Allgemeinen Hilfe waren Verkehrsunfälle und -störungen (59), Ölunfälle/Ölspuren (55) sowie Wasser- und Sturmschäden (44) die häufigsten Einsatzgründe. Die Fehlalarme gliederten sich in 51 Auslösungen von Brandmeldeanlagen, 24 blinde Alarme, einen böswilligen Alarm und 13 sonstige Fehlalarme. 19 Alarmierungen führten die Heiligenstädter Wehr 2017 auf die Autobahn. Für ihre Unterstützung und die gute Zusammenarbeit während verschiedener Einsätze bedankte sich Wehrführer Anhalt bei den beteiligten Feuerwehren, Hilfsorganisationen sowie den Verantwortlichen von Stadt und Kreis.

Damit die Kameradinnen und Kameraden im Einsatzfall auf die erforderlichen Fertigkeiten und Kenntnisse zurückgreifen können, legt die Feuerwehr Heiligenstadt großen Wert auf die Aus- und Fortbildung. Allein standortbezogen fanden im letzten Jahr 49 Fortbildungen statt. Darüber hinaus belegten die Feuerwehrangehörigen 12 Lehrgänge im Kreisfeuerwehrzentrum und 14 auf Landesebene. Ausbilder der Feuerwehr Heiligenstadt führten außerdem einen 50-stündigen Grundausbildungslehrgang durch, an dem auch drei Anwärter aus Kalteneber teilnahmen. An 39 Abenden hatten die Feuerwehrleute Gelegenheit, sich beim Dienstsport fit zu halten.

Zum Jahresende zählte die Feuerwehr Heiligenstadt 108 Mitglieder, davon 60 in der Einsatzabteilung, 30 in der Jugendfeuerwehr und 18 in der Alters- und Ehrenabteilung. Keinen Hehl macht der Wehrführer daraus, dass die hohe Einsatzzahl eine enorme Belastung für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte und die beiden hauptamtlichen Gerätewarte darstellte. Zwar konnte die Zahl der aktiven Feuerwehrleute dank des Nachwuchses aus der Jugendfeuerwehr stabil gehalten werden, dennoch wurde die Sollstärke nicht erreicht. „Bei der Besetzung von Stellen in der Stadtverwaltung müssen Mitglieder unserer Freiwilligen Feuerwehr besondere Berücksichtigung finden.“, mahnte der Wehrführer. Bürgermeister Spielmann signalisierte, dass seitens Stadtverwaltung weiterer Handlungsbedarf erkannt sei.

Neben Einsatz und Ausbildung war die Feuerwehr im letzten Jahr wieder bei vielen Veranstaltungen präsent und leistete 15-mal Brandschutzerziehung in den Heiligenstädter Kindergärten und Schulen. Mitglieder der Einsatzabteilung unterstützten außerdem zahlreiche Aktivitäten der Jugendfeuerwehr. Als erfreulich bezeichnete Anhalt den regen Austausch mit den Wehren der Partnerstädte. Abschließend dankte er allen Kameradinnen und Kameraden, die sich auf verschiedene Weise in der Freiwilligen Feuerwehr engagieren. In einem weiteren Tagesordnungspunkt erfolgten Beförderungen und Ehrungen.

Mehr als Nachwuchsschmiede für Einsatzabteilung

Eine beeindruckende Bilanz kann auch die Jugendabteilung der Heiligenstädter Wehr vorweisen. 30 Mitglieder, davon sechs mit Migrationshintergrund, zählte sie Ende 2017. Dabei sei die Nachfrage deutlich höher als es die Kapazität hergebe, so Jugendfeuerwehrwart Alexander-Raphael Beck. Er betonte, dass die Jugendfeuerwehr weit mehr als nur Nachwuchsschmiede für die Einsatzabteilung sei. Leiste sie doch zu einem großen Teil allgemeine Jugendarbeit. Hierbei kamen im letzten Jahr 477 Stunden zusammen. Bei Fahrten, Tagesausflügen und Zeltlagern war die Jugendfeuerwehr im letzten Jahr an 30 Tagen „on tour“. Die Ziele hießen dabei unter anderem Bremerhaven, Husum, Leipzig und Rheda-Wiedenbrück. Hinzu kamen 160 Stunden feuerwehrtechnische Ausbildung. Höhepunkt war hierbei der Berufsfeuerwehrtag, bei dem die Kinder und Jugendlichen ihr Können bei simulierten Einsätzen unter Beweis stellen durften. Ohne die Unterstützung der 12 Betreuer und weiterer Helfer aus der Einsatzabteilung hätte das umfangreiche Angebot nicht realisiert werden können. Als „Menschen, die dies aus voller Überzeugung und von Herzen tun“, bezeichnete der Jugendwart sein Ausbilderteam. Gemeinsam leistete es 2017 insgesamt 2.600 Stunden Jugendarbeit.

Feuerwehrverein mit neuem Vorstand

Die Aktivitäten des Feuerwehrvereins ließ dessen stellvertretende Vorsitzende Katrin Anhalt Revue passieren. Nach einem Wohnortwechsel des bisherigen Vorsitzenden Michael Stitz hatte sie dessen Geschäfte kommissarisch geführt. Der 110 Mitglieder zählende Verein hat sich auch im vergangenen Jahr die Förderung des Feuerwehrwesens auf die Fahnen geschrieben und zeichnete sich für die Ausrichtung verschiedener Veranstaltungen verantwortlich. Genannt seien an dieser Stelle nur das Osterfeuer, das Sommerfest und die Weihnachtsfeier. Die Einnahmen und Ausgaben gegenüber stellte Kassenwart Michael Goede, der zum Jahresende einen ausgeglichenen Kontostand präsentieren konnte. Symbolisch übergab er zum Abschluss den Schlüssel an den neuen Kassenwart Daniel Jahns, welcher ebenso wie die übrigen Vorstandsmitglieder an diesem Abend gewählt wurde. Dem neuen Vorstand wünschte Katrin Anhalt alles Gute für seine Arbeit und bedankte sich bei den scheidenden Mitgliedern für ihr Engagement und die gute Zusammenarbeit. In den Ruhestand verabschiedet wurde des Weiteren „die gute Seele des Hauses“, wie es Alexander-Raphael Beck formulierte. Maria Mehler war als Reinigungskraft im Feuerwehrhaus tätig und unterstützte darüber hinaus die Kameradinnen und Kameraden nach Kräften.