Spezialtechnik

An dieser Stelle soll Spezialtechnik, welche nicht von jeder Feuerwehr vorgehalten wird, kurz vorgestellt und Einsatzmöglichkeiten aufgezeigt werden. Dabei handelt es sich nur um einen Teil der Technik, die sich auf den Fahrzeugen der Stützpunktfeuerwehr befindet. Auf Anforderung kommt die Spezialtechnik auch im überörtlichen Ausrückebereich der Feuerwehr Heiligenstadt zum Einsatz.

Abstützsystem

Mit dem Abstützsystem Stab-Fast® kann die Feuerwehr verunfallte Fahrzeuge in komplizierten Lagen stabilisieren. Dies ermöglicht den Einsatzkräften ein sicheres Arbeiten an Fahrzeugen, die auf die Seite gekippt sind oder auf dem Dach liegen. Das System ist bei Pkw, Kleinbussen und Lkw-Kabinen anwendbar. Es besteht aus drei Stabilisierungsstützen mit Spannbändern und Ratsche sowie Zubehör. Untergebracht ist das Abstützsystem auf dem HLF 20.

Atemschutznotfalltaschen

Die Atemschutznotfalltasche gehört zur Ausrüstung des Sicherheitstrupps, der zur Sicherheit der eingesetzten Atemschutztrupps bereit steht. Sie enthält Material, welches der Rettung von verunfallten Atemschutzgeräteträgern aus dem Gefahrenbereich dient. Hierzu zählt unter anderem eine Atemluftflasche sowie eine Rettungshaube, durch die eine in Not geratene Einsatzkraft mit Atemluft versorgt werden kann. Mitgeführt werden diese Taschen auf dem HLF 20 und dem LF 16/12.

Automatisierter Externer Defibrillator

Mit dem Automatisierten Externen Defibrillator (AED) kann Menschen geholfen werden, die einen Kreislaufstillstand erleiden. Nach dem Aufkleben der Elektroden analysiert das Gerät automatisch den Herzrhythmus des Betroffenen und erkennt, ob zur Behandlung ein Stromstoß erforderlich ist. Dieser kann dann per Knopfdruck abgegeben werden. Dadurch ist der AED besonders für den Einsatz durch Laien geeignet. Auf dem HLF 20 und dem LF 16/12 führt die Feuerwehr Heiligenstadt je einen AED mit.

Fernthermometer

Als Ergänzung zu den Wärmebildkameras dient das Fernthermometer. Mit diesem Gerät ist es möglich, Oberflächentemperaturen im Bereich von -30 bis 900 °C berührungslos zu messen. So kann aus sicherer Entfernung die exakte Temperatur z. B. von Gasflaschen und Gastanks bestimmt werden. Ein Laserstrahl dient der punktgenauen Zielmarkierung. Dabei steigt die Genauigkeit bei der Temperaturermittlung mit abnehmender Entfernung. Das Thermometer ermöglicht das Aufspüren und Erkennen von Gefahrenstellen, wie Brandnestern und heißen Oberflächen. Außerdem können die Messwerte gespeichert und Temperaturunterschiede angezeigt werden.

Hebekissen (Hochdruck)

Hochdruck-Hebekissen sind pneumatisch betriebene Rettungsgeräte, mit denen Angriffs- und Rettungswege geschaffen sowie eingeklemmte Personen befreit werden können. Die Luftheber erreichen eine Höhe von bis zu 40 Zentimetern und können mit großer Kraft jeweils Lasten von bis zu 40 Tonnen heben. Sie werden von einer Druckluftflasche versorgt und haben einen Betriebsdruck von 8 bar. Auf dem HLF 20 und dem RW 1 befinden sich je zwei dieser Hebekissen. Da die Kissen im ursprünglichen Zustand sehr flach sind, können sie einfach unter das zu hebende Objekt geschoben werden. Dank eines Steuerpultes ist ein einfaches und präzises Anheben und Absenken möglich.

Hebekissen (Niederdruck)

Ähnlich wie die Hochdruck-Hebekissen werden auch die Niederdruck-Hebekissen verwendet, um Lasten durch Druckluft anzuheben. Sie unterscheiden sich von Hochdruck-Hebekissen sowohl in ihrem Betriebsdruck, der 0,5 bar beträgt, als auch in ihrer Hubhöhe von jeweils 62 Zentimetern. Ein Hebekissensatz kann eine Last von maximal 6,5 Tonnen anheben. Der aus zwei Hebekissen bestehende Satz hat seinen Platz im LF 16/12. Wenn die Kissen nicht mit Luft gefüllt sind, haben sie eine Einschubhöhe von lediglich drei Zentimetern. So können sie bequem z. B. unter einem verunfallten Fahrzeug, das angehoben werden soll, platziert werden. Mittels Steuerorgan kann bei beiden Lufthebern unabhängig voneinander Luft abgelassen bzw. aufgefüllt werden, wodurch ein Heben und Senken der Last ermöglicht wird.

Hydraulische Rettungssätze

Die Feuerwehr Heiligenstadt führt auf dem HLF 20, dem LF 16/12 und dem RW 1 je einen hydraulischen Rettungssatz mit. Die drei Rettungssätze bestehen aus je einem Spreiz- und einem Schneidgerät. Zusätzlich können ein Pedalschneider bzw. Rettungszylinder über die Hydraulikaggregate betrieben werden. Haupteinsatzgebiet dieser Technik ist die Befreiung von eingeklemmten Personen aus ihrer Zwangslage. Meist wird dies bei Unfällen im Straßenverkehr, aber auch bei Arbeitsunfällen oder Unfällen im Schienenverkehr notwendig.

Hydraulische Rettungszylinder

Neben Schneid- und Spreizgeräten werden auch die Rettungszylinder über die hydraulischen Aggregate betrieben. Sie werden genutzt, um bereits geschaffene Öffnungen an durch Unfalleinwirkung verformten Fahrzeugen zu vergrößern. Dadurch kann die eingeklemmte Person möglichst schonend gerettet werden. Der Zylinder wird dazu an der entsprechenden Stelle am Unfallwagen eingesetzt und drückt diese auseinander.

Krankentragenhalterung für Drehleiter

Mit Hilfe der Krankentragenhalterung können Patienten aus Höhen gerettet werden. Dies kann bei Bränden erforderlich sein, aber auch dann, wenn in Gebäuden Treppenhäuser bzw. Fahrstühle zu eng oder nicht vorhanden sind. Angebracht wird sie auf dem Rettungskorb der Drehleiter. Die Krankentragenhalterung ist horizontal um 45 Grad drehbar, sodass auch bei einem schrägen Heranfahren mit dem Rettungskorb eine Rettung des Erkrankten oder Verletzten möglich ist. Die Krankentrage wird in die Halterung geschoben und rastet darin ein. Durch Sicherungsgurte wird die zu rettende Person zusätzlich gesichert.

Messtechnik

Neben den Messgeräten des CBRN-ErkW steht weitere mobile Messtechnik zur Verfügung. Zur Bestimmung der Momentankonzentration von Gasen kann die Stützpunktfeuerwehr auf ein Dräger CMS-Messgerät zurückgreifen. Dieses wird mit gefahrstoffspezifischen Messchips, z. B. für Kohlenstoffmonoxid (CO), Kohlenstoffdioxid (CO2), Blau- oder Salzsäure, ausgestattet. Bis zu zehn Messungen können auf diese Weise nacheinander durchgeführt werden. Das Ergebnis der Messung zeigt das Gerät im Display an und speichert dieses ab.

Des Weiteren werden auf dem ELW 1 und dem HLF 20 je eine Messgerät vom Typ Dräger X-am® vorgehalten. Diese dienen in erster Linie zum Nachweis von explosionsfähigen Gas-Luft-Gemischen. Hierzu zeigen die Geräte an, ob und wie stark die untere Explosionsgrenze erreicht ist. Werden bestimmte Schwellenwerte erreicht bzw. liegt ein zündfähiges Luft-Gas-Gemisch vor, wird ein Alarm ausgegeben. Darüber hinaus wird die Konzentration von Sauerstoff, CO und CO2 sowie von Ammoniak bzw. Schwefelwasserstoff angezeigt.

Mineralöl-Umfüllpumpe

Bei der Mineralöl-Umfüllpumpe handelt es sich um eine tragbare Membranpumpe aus Edelstahl. Die Spezialpumpe wird per Hand betätigt und verfügt über eine Förderleistung von bis zu 150 Litern pro Minute. Sie dient der Förderung von dünn- oder zähflüssigen sowie stark verunreinigten Medien. Mit ihr können beispielsweise Wasser, Heizöl, Dieselkraftstoff oder Benzin gefördert werden. Zur Umfüllpumpe gehören zwei mineralölbeständige Saugschläuche mit einer Länge von 1,5 Metern und 6 Metern sowie ein mineralölbeständiger Druckschlauch von 15 Metern Länge. Im Einsatzfall kann die Feuerwehr mit der Pumpe z. B. den Inhalt eines beschädigten Lkw-Tanks in einen unbeschädigten Behälter umfüllen.

Mobile Rauchverschlüsse

Der mobile Rauchverschluss wird bei Brandeinsätzen in die Zugangsöffnung des Brandraums bzw. der betroffenen Wohnung eingebaut. Er besteht im oberen Teil aus einem größenverstellbaren Metallrahmen sowie einem Vorhang aus stabilem Material mit hoher Temperaturbeständigkeit. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr öffnen den Vorhang beim Vorgehen nur im unteren Bereich. Somit wird die Ausbreitung von Brandrauch und Wärme z. B. in den Treppenraum reduziert bzw. verhindert. Dieser Effekt wird durch den Einsatz eines Überdruckbelüfters noch verstärkt. Dadurch können Flucht- und Rückzugswege rauchfrei gehalten und weitere Sachschäden vermieden werden. Auf dem HLF 20 und dem LF 16/12 befindet sich je ein mobiler Rauchverschluss.

Ölsperre für Gewässer

Um die Ausbreitung von Mineralöl auf stehenden Gewässern bzw. Flüssen und Bächen mit geringer Fließgeschwindigkeit zu verhindern, ist bei der Feuerwehr Heiligenstadt eine Ölsperre stationiert. Diese ist in einer Transportbox verstaut und wird mit dem GW-N an die Einsatzstelle gebracht. Beim Aufbau werden im Abstand von 40 Zentimetern in dafür vorgesehene Öffnungen Gewichte eingelegt, damit die Ölsperre teilweise im Wasser eintauchen kann. Da Öl auf der Wasseroberfläche schwimmt, staut sich dieses vor der Ölsperre. Das Wasser selbst fließt unter der Ölsperre hindurch. Somit wird der Ölfilm eingegrenzt und kann mit für Gewässer geeignetem Bindemittel aufgenommen werden.

Rettungsplattformen

Bei der Rettung von Verletzten oder Erkrankten aus Lkw-Führerhäusern sowie bei Rettungsarbeiten an Personenwagen im Bereich der Eisenbahn wird eine erhöhte Arbeitsebene benötigt. Aus diesem Grund besitzt die Feuerwehr Heiligenstadt zwei Rettungsplattformen. Sie erleichtern das Arbeiten mit Rettungsgeräten und ermöglichen den Zugang zu Betroffenen. Die beiden Plattformen erfüllen den gleichen Zweck und können auch parallel eingesetzt werden. Zum Aufbau der einen Rettungsplattform werden vier Steckleiterteile aus Aluminium benötigt. Sie bietet den Vorteil, im zusammengepackten Zustand geringe Abmaße zu haben. Somit kann sie problemlos auf dem RW 1 mitgeführt werden. Bei der zweiten Rettungsplattform handelt es sich um eine von der DB AG zur Verfügung gestellte Arbeitsplattform. Durch ihre Konstruktion kann sie leicht auseinandergeklappt werden und ist sofort einsatzbereit. Sie befindet sich auf dem GW-N.

Rettungstuch XXL

Bei der Feuerwehr Heiligenstadt werden mehrere Rettungstücher vorgehalten. Sie kommen zum Einsatz, wenn aus Platzgründen Krankentragen nicht verwendet werden können. Dies kann in engen Räumen oder Treppenhäusern der Fall sein. Bei Brandeinsätzen können verletzte Personen rasch auf das Rettungstuch gelegt werden, um so schnellst möglich aus dem verrauchten Objekt in Sicherheit gebracht zu werden. Um auch schwergewichtige Personen retten zu können, ist die Feuerwehr zusätzlich mit einem Rettungstuch XXL ausgestattet. Das extra große Rettungstuch ist zwei Meter lang und 1,3 Meter breit. Es verfügt über 14 verstärkte Trageschlaufen.

Rollgliss

Das Rollgliss ist ein Flaschenzugsystem, welches der Feuerwehr ein Auf- und Abseilen möglich macht. Es kommt zum Einsatz, um verunfallte Personen aus Höhen und Tiefen, beispielsweise Schächten, Tanks oder Silos zu retten. Außerdem können Einsatzkräfte bei Arbeiten in der Höhe oder Tiefe durch das Gerät gesichert werden. Neben Personen, können auch andere Lasten damit transportiert werden. Die Rollgliss-Ausstattung besteht aus dem Grundgerät, einem 60 Meter langen Sicherheitsseil, Karabinerhaken, einem Seilstoppgerät mit Bremshilfe und einem Universalgurt. In einem Seil- und Gerätesack zusammengefasst kann die Ausrüstung schnell zum Einsatz gebracht werden. Die Drehleiter kann als Anschlagpunkt genutzt werden, um z. B. Personen mit Hilfe der Schleifkorbtrage zu retten.

Rüstsatz Bahn

Der durch die DB AG zur Verfügung gestellte Rüstsatz Bahn besteht aus fünf Schleifkorbtragen, zwei Rollwagen sowie einer Arbeitsplattform. Im Landkreis Eichsfeld wurde dieser Rüstsatz auf die Stützpunktfeuerwehren Leinefelde und Heiligenstadt aufgeteilt, sodass Heiligenstadt über zwei Schleifkorbtragen, eine Arbeitsplattform und einen Rollwagen verfügt. Dieser Rollwagen wird auf das Gleis aufgesetzt und dient dem Transport von Ausrüstung und Geräten vom Haltepunkt der Feuerwehrfahrzeuge zur eigentlichen Unfallstelle im Gleisbereich. Darüber hinaus können damit Verletzte transportiert werden.

Schlauchboot

Auf dem LF 16/12 führt die Feuerwehr Heiligenstadt ein Schlauchboot mit, das nach DIN 14961 als Rettungsboot (RTB 1) zugelassen ist. Es handelt sich um ein Schlauchboot mit vier Luftkammern und einer Besatzung von maximal vier Personen. Eingesetzt wird es, um Menschen aus Gewässen zu retten bzw. technische Hilfe auf dem Wasser zu leisten, z. B. das Binden von Öl auf Wasseroberflächen oder der Personentransport bei Hochwasser. Neben Rettungsring und Sicherungsleine verfügt das Boot über keine spezielle Beladung. Zusatzgeräte werden entsprechend den Einsatzerfordernissen zugeladen. Da auf den Gewässern der Umgebung motorbetriebene Boote nicht notwendig sind, geschieht die Fortbewegung über Padel. Die Besatzung besteht in der Regel aus drei Einsatzkräften.

Schleifkorbtragen

Die Schleifkorbtrage dient der sicheren Rettung von Personen aus unwegsamem Gelände sowie schwer zugänglichen Bereichen. Auf der Unterseite sind sogenannte Schleifrippen eingearbeitet, die vergleichbar mit den Kufen eines Schlittens, das Ziehen auf dem Boden erleichtern. Die beiden bei der Feuerwehr Heiligenstadt vorhandenen Tragen bestehen aus stabilem Kunststoff. Durch ihre Korbform sowie mehrere Sicherungsgurte ist ein risikoarmer Transport des Verletzten möglich. Durch eine Vielzahl von Haltegriffen können mehrere Einsatzkräfte das Tragen oder Sichern unterstützen. Darüber hinaus können die Ösen zum Anbringen von Halteseilen genutzt werden. Mit einer Abseilspinne ist auch ein Einsatz im Zusammenhang mit der Drehleiter und dem Rollgliss möglich.

Spineboards

Zur Rettung von Personen aus verunfallten Fahrzeugen kann die Feuerwehr Heiligenstadt zwei Spineboards mit Kopffixierung und Patientensicherungsgurten nutzen. Je ein Spineboard ist auf dem HLF 20 und dem RW 1 untergebracht und wird verwendet, um Personen, bei denen der Verdacht auf Rückgratverletzungen besteht, schonend zu retten. Hierzu wird die Spezialtrage nach Entfernung des Fahrzeugdachs besteht, zwischen Sitz und den zu Rettenden geschoben. Dieser wird anschließend achsengerecht darauf gezogen. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit, welche sich durch die zahlreichen Griffmöglichkeiten ergibt, ist die Rettung aus unwegsamem Gelände. Da die Spineboards schwimmfähig sind, können sie ebenfalls zur Wasserrettung verwendet werden.

Sprungpolster

Zur Rettung von Personen aus Höhen setzt die Feuerwehr in der Regel Leitern ein. Wo dies nicht möglich ist, kommt das Sprungpolster zum Einsatz. Dieses besteht aus einem mit Druckluft gefüllten Schlauchgerüst, das von einer reißfesten, schwer entflammbaren Polyesterhülle umgeben ist. Durch die Druckluft einer integrierten 300-bar-Flasche, ähnlich wie sie bei Atemschutzgeräten verwendet wird, ist das Sprungpolster in circa 30 Sekunden einsatzbereit. Von zwei Feuerwehrleuten in Stellung gebracht, nimmt das vollständig gefüllte Schlauchgerüst eine Ausfstellfläche von 3,6 x 3,6 Metern ein. Gesprungen werden kann aus eine Höhe von bis zu 16 Metern. Beim Auftreffen verformt sich das Schlauchgerüst trichterartig, wodurch das Zurückschleudern der zu rettenden Person minimiert wird. Nach Entlastung benötigt das Sprungpolster drei Sekunden, um sich wieder aufzurichten.

Türöffnungs-Set

Durch das Türöffnungs-Set ist es der Feuerwehr Heiligenstadt möglich, verschlossene Türen zu öffnen, ohne Türen oder Beschläge zu beschädigen. In einem Einsatzrucksack ist dazu Spezialwerkzeug zusammengestellt. In erster Linie kommt es zum Einsatz, um dem Rettungsdienst den Zutritt zu Wohnungen zu verschaffen, wenn verletzte oder erkrankte Personen ihre Wohnungstür nicht selbst öffnen können. Anwendung findet das Spezialwerkzeug auch bei Bränden oder anderen Schadenereignissen in verschlossenen Gebäuden.

Überdruckbelüfter

Die Überdruckbelüfter ermöglichen eine rasche Belüftung verrauchter Räume, wie sie bei Bränden fast immer auftreten. Die Konzentration gefährlicher Rauchgase wird dadurch reduziert und gleichzeitig eine bessere Sicht für die Einsatzkräfte unter Atemschutz geschaffen. Vermisste Personen können so leichter lokalisiert werden. Während der eine Druckbelüfter mittels Verbrennungsmotor angetrieben wird, verfügt der zweite über einen Elektroantrieb. Beide erzeugen hohe Luftgeschwindigkeiten, reißen dabei Umgebungsluft mit und erzeugen einen leichten Überdruck im Gebäude. Hierzu werden sie zum Beispiel vor dem Hauseingang aufgestellt. Der Brandrauch wird über Rauchabzüge oder andere Öffnungen ins Freie gedrückt.

Wärmebildkameras

Die Wärmebildkameras stellen Temperaturen bildlich dar und dienen zum Aufspüren von Glutnestern sowie zur Suche von Personen in verrauchten Räumen. Außerdem können mit Hilfe der Wärmebildkameras weitläufige Gelände bei Dunkelheit nach vermissten Personen abgesucht werden. Auch bei der Suche nach Leckagen und Rohrbrüchen, zum Feststellen des Füllstandes von Behältern sowie zum Erkennen von Gasaustrittsstellen nutzt die Feuerwehr ihre Wärmebildkameras, die sich auf dem HLF 20 (Bullard T4MAX) und dem LF 16/12 (Bullard T3MAX) befinden. Bei Bränden führt der Angriffstrupp eine Wärmebildkamera mit. Mit einem sogenannten Mobillink kann das Kamerasignal auch außerhalb des Gefahrenbereiches empfangen werden.